05.08.2026

Wo Galmei-Veilchen wachsen und Graureiher einst brüteten

Das größte Naturschutzgebiet Stolbergs beherbergt seltene Pflanzen und bedrohte Tierarten. Das kleinste erinnert an eine ehemalige Reiherkolonie. Beide haben ihren ganz eigenen ökologischen Wert.

Stolberg ist nicht nur von Industriegeschichte geprägt, sondern auch von vielfältiger Natur. Insgesamt gibt es in der Stadt 34 Naturschutzgebiete – vom ehemaligen Kalksteinbruchgelände wie der Werther Heide bis hin zu kleinen, versteckten Orten. Die beiden Extreme liegen dabei weit auseinander: Das größte Naturschutzgebiet Stolbergs umfasst rund 124 Hektar, das kleinste gerade einmal 1,64 Hektar.

Die Angaben zu den Flächen, Lebensräumen und Schutzgründen stammen vom Landesamt für Natur, Umwelt und Klima Nordrhein-Westfalen (Lanuk NRW), das die Naturschutzgebiete mit ihren Besonderheiten und Schutzzielen erfasst.

Das kleinste Naturschutzgebiet: Reiherkolonie Schevenhütte

Im Gegensatz dazu gibt es das Naturschutzgebiet Reiherkolonie Schevenhütte, das mit einer Fläche von 1,64 Hektar das kleinste Naturschutzgebiet Stolbergs ist.

Westlich von Schevenhütte liegt ein kleines, steiles Kerbtälchen, in dem eine Quelle entspringt. Die steilen Hänge sind mit Buchen bewachsen, unter denen sich kaum Unterwuchs entwickelt hat. Im östlichen Bereich befindet sich am Talgrund ein kleiner Sumpfwald.

Seinen besonderen Wert und seinen Namen hatte das Gebiet damals durch eine Reiherkolonie erhalten, die sich Anfang der 1990er Jahre dort angesiedelt hatte. Die Graureiher brüteten dort im Kronenbereich alter Fichten. Seit fast 20 Jahren gibt es die Kolonie dort allerdings nicht mehr, wie die Biostation sagt.

Trotzdem hat das Naturschutzgebiet nach wie vor als solches Bestand. Als Ziel nennt das Lanuk allgemein die „Erhaltung und Entwicklung von Lebensräumen für bedrohte Tierarten der Roten Liste in Nordrhein-Westfalen“.

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