Der große
Waldbrand 2026
SCHEVENHÜTTE ERINNERT SICH
Wie Schevenhütte den Waldbrand im Hürtgenwald erlebte
Bilder, Gedanken und Erinnerungen an Tage, die unser Dorf bewegten.
Im August 2026 blickte Schevenhütte mit großer Sorge in Richtung Hürtgenwald.
Was zunächst als Meldung über einen Waldbrand begann, entwickelte sich zu einem Ereignis, das unsere Region über Tage beschäftigte. Rauch war weithin sichtbar und teilweise auch bei uns wahrnehmbar. Feuerwehrfahrzeuge, Tankwagen, Polizei, THW und zahlreiche weitere Einsatz- und Hilfskräfte prägten zeitweise das Bild auf unseren Straßen.
Für viele Hötter stellte sich zwangsläufig die Frage:
Wie entwickelt sich das Feuer – und wie nah kann es uns kommen?
Diese Seite soll die Ereignisse aus Sicht unseres Dorfes dokumentieren. Nicht nur mit nüchternen Fakten, sondern auch mit Fotos, persönlichen Erinnerungen, Sorgen, Gedanken und kleinen Geschichten aus diesen außergewöhnlichen Tagen.
Sie soll keine vollständige Einsatzdokumentation sein.
Sie soll eine Dorfchronik aus vielen persönlichen Blickwinkeln werden.

Was geschah?
Mitte August 2026 kam es im benachbarten Hürtgenwald zu großen Waldbränden. Aufgrund der räumlichen Nähe wurden die Entwicklungen auch in Schevenhütte aufmerksam verfolgt.
Rauchsäulen waren teilweise weithin sichtbar, Rauchgeruch erreichte auch unsere Umgebung und über Warnsysteme wie die NINA-App wurde die Bevölkerung zeitweise auf mögliche Geruchs- und Rauchbelästigungen hingewiesen.
Während zahlreiche Einsatzkräfte gegen die Brände kämpften, wurden auch große Mengen Wasser benötigt. Landwirtschaftliche Tankfahrzeuge und andere Unterstützungsfahrzeuge waren deshalb auf den Straßen der Region unterwegs.
Für Schevenhütte bedeutete dies zunächst vor allem eines:
beobachten, informieren und aufmerksam bleiben.
Es bestand kein Grund für Panik. Dennoch war vielen bewusst, dass sich nur wenige Kilometer entfernt ein außergewöhnlich großer und gefährlicher Waldbrand ereignete.
Und so wurden aus Nachrichtenmeldungen plötzlich sehr persönliche Gedanken:
Wie weit ist das Feuer entfernt?
Aus welcher Richtung kommt der Wind?
Was passiert, wenn sich die Lage verändert?
Sind unsere Wälder ebenfalls gefährdet?
Fragen, die vermutlich viele Menschen in diesen Tagen zumindest einmal beschäftigt haben.
Die Tage des Waldbrandes
Eine Chronologie
13. August 2026
Die ersten Meldungen über größere Waldbrände im Hürtgenwald erreichen auch Schevenhütte. Eine weithin sichtbare Rauchsäule macht deutlich, dass es sich nicht um einen gewöhnlichen kleineren Waldbrand handelt.
Auch in unserem Dorf werden die Entwicklungen zunehmend aufmerksam verfolgt.
14. August 2026
Der Einsatz im Hürtgenwald dauert an.
Feuerwehr, THW, Polizei, Landwirte und viele weitere Helfer und Organisationen arbeiten gemeinsam daran, die Brände einzudämmen und die Einsatzkräfte mit Wasser und Material zu versorgen.
Auch durch Schevenhütte fahren zahlreiche landwirtschaftliche Tankfahrzeuge und andere Einsatz- und Hilfsfahrzeuge.
Der Waldbrand ist damit nicht nur etwas, das man aus der Ferne in den Nachrichten verfolgt.
Er wird auch bei uns sichtbar.
15. August 2026
Trotz der angespannten Situation findet die traditionelle Kräuterweihe in Schevenhütte statt.
Die Veranstaltung bekommt durch die Ereignisse im benachbarten Hürtgenwald eine besondere Atmosphäre. Neben Musik, Geselligkeit und Freude bietet sie vielen Menschen auch Gelegenheit, miteinander über die Geschehnisse zu sprechen.
16. August 2026
Die Entspannung der Lage
Nach Tagen des Bangens und des enormen Einsatzes zahlreicher Helfer entspannt sich die Situation schließlich zunehmend.
Was bleibt, ist vor allem Erleichterung – und großer Respekt vor allen Menschen, die teilweise bis an ihre Belastungsgrenzen gearbeitet haben, um die Brände unter Kontrolle zu bringen.
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20. August 2026
Aufatmen im Hürtgenwald
Vor einer einer Woche begann im Hürtgenwald der größte Brand in der NRW-Geschichte. Heute hieß es offiziell seitens Bürgermeister und der Feuerwehr: „Feuer schwarz“.
Bürgermeister Cranen schrieb: „Die letzten Einheiten ziehen sich aktuell aus dem Brandgebiet zurück. Nach Tagen des unermüdlichen Einsatzes ist das eine Nachricht, auf die viele Menschen lange hingearbeitet und gehofft haben.“.
Was uns durch den Kopf ging
Zahlen, Einsatzberichte und Zeitungsartikel dokumentieren, was passiert ist.
Aber sie dokumentieren nur selten, wie sich diese Tage für die Menschen angefühlt haben.
Deshalb möchten wir hier auch persönliche Gedanken und Erinnerungen sammeln.
Ich erinnerte mich an all die Wanderungen als Kind mit meinem Großvater durch diesen Wald, den er durch die Arbeit dort kannte, wie seine Westentasche.
Dabei wusste er die komischsten und spannendsten Geschichten zu erzählen.
Und natürlich wusste er auch immer, wo es für mich eine Limo und für ihn einen Korn gab.
Das ist nun auch schon fast 70 Jahre her…
— Ursula Leuchter
So nah an einer derart schlimmen Entwicklung zu sein, fand ich schon sehr beängstigend und es hat mich in vielerlei Hinsicht zum Nachdenken gebracht.
Umso bewundernswerter ist, was die Einsatzkräfte hier bei teilweise 38 Grad und in voller Montur geleistet haben. Dafür kann man gar nicht genug Respekt und Dankbarkeit zeigen.
Ich würde mir sehr wünschen, dass alle diese wunderschöne Natur wertschätzen und verantwortungsvoll mit ihr umgehen, damit Mensch und Tier auch in Zukunft in dieser einzigartigen Umgebung sicher und geschützt leben können.
— Petra Wolff
Ich kann nur sagen, dass die Stimmung bei uns zum Teil sehr angespannt war.
Innerhalb der ersten Tage waren die Informationen über die Ausbreitung des Brandes schwer zu bekommen und ich bin täglich zur Talsperre gefahren, um mir von dort selbst ein Bild zu machen. Mein Sohn war völlig aufgelöst, der macht sich schon seit dem Hochwasser immer Gedanken, wenn das Wetter verrücktspielt.
Am Freitagvormittag habe ich mich entschieden, zur Arbeit zu fahren. Da die Gefährdung für uns aktuell nicht akut schien, als ich über Heistern dann zurückfuhr, habe ich mich doch sehr erschrocken aufgrund der massiven Rauchwolke, die von dort aus zu sehen war. Auch schon auf dem Hinweg nach Köln. Am Morgen konnte man die Rauchwolke Richtung Merode durch den Wald rollen sehen. Der Anblick war ziemlich gespenstisch.
im Gegensatz zum Hochwasser war es diesmal nicht möglich, selbst mit anzufassen, was einem eine gewisse Form der Hilflosigkeit vermittelte.
Ich habe stattdessen dann mit meinen Kindern gemeinsam die Einsatzkräfte vor Ort bis hoch zur Zapfstelle an der Staumauer mit Eis versorgt und bin mit Ihnen ins Gespräch gekommen.
Da waren Leute aus dem weiten Umland, aber auch direkt aus Gey.
Als ich am Hardthover Weg die Polizisten gefragt habe, ob sie noch einen Kaffee brauchen oder sonst etwas benötigen, war die Antwort, dass sie schon bestens versorgt seien, und es kam die Frage auf, ob hier alle immer so nett sein. Normalerweise würden sie auf Einsätzen eher beschimpft werden.
Ich habe gelacht und ihnen gesagt, dass wir das mit genug Bier auch könnten, aber auf das Hochwasser verwiesen und dass wir hier Hilfe zu schätzen wüssten.
Ein weiterer Polizist an gleicher Stelle erzählte mir zu einer anderen Zeit, dass ein Kollege gerade spazieren gehen müsse, da er zu gut versorgt worden sei😄
Meine Einstellung zum Dorf ist ja, dass es hier immer einen guten Grund gibt, gemeinsam ein Bier zu trinken. Der hat mir bei dieser Naturkatastrophe tatsächlich mal gefehlt. Während wir beim Hochwasser an der Straßensperre bei Bubi standen, wusste ich dieses Mal echt nicht, wann und warum man hier zusammenkommen sollte. Umso witziger fand ich dann, dass die Kräuterweihe stattgefunden hat.
Zwar war ich nicht dort, konnte aber die Argumentation des HBV tatsächlich nachvollziehen. Drüber sprechen, sich austauschen und sich die Seele vom Leib reden, ist auch eine Art der Selbsthilfe.
Hätte man stattdessen mit anpacken können, hätte ich es auch für unangebracht empfunden.
Alles in allem war es ein sehr aufregendes Wochenende und eine unschöne Erfahrung. Nichts, desto trotz werden wir uns darauf einstellen müssen, dass das in den nächsten Jahren durchaus wieder passieren kann. Sorge bereitet mir dabei insbesondere weiterhin der Steinbruch, in dem bei schönem Wetter fast jeden Tag Leute grillen oder Feuer machen.
Eine wirkliche Lösung für das Problem sehe ich allerdings nicht.
Der Austausch unter den Nachbarn war top
— Thorsten Danz
Wir, als Neulinge im Dorf, waren überrascht und erstaunt über die Hilfsbereitschaft, den sachlichen und immer aktuellen Informationsfluss und den Zusammenhalt der Dorfbewohner. So etwas haben wir noch nie erlebt. Wir freuen uns darüber und sind glücklich in Schevenhütte leben zu können.
Ganz freundliche Grüße
— Marion & Martin Schäfer
Danke!
Unser besonderer Dank gilt allen Einsatzkräften und Helfern, die während der Waldbrände im Einsatz waren.
– Den Feuerwehren.
– Dem Technischen Hilfswerk.
– Der Polizei.
– Den Hilfsorganisationen.
– Den Landwirten und Fahrern der zahlreichen Tankfahrzeuge.
– Den Menschen, die Material, Verpflegung oder andere Unterstützung organisiert haben.
– Und all jenen, deren Arbeit im Hintergrund vielleicht kaum jemand wahrgenommen hat.
Viele von ihnen haben unzählige Stunden gearbeitet, während wir aus sicherer Entfernung auf die Rauchwolken blickten.
Danke für euren Einsatz.
Und vor allem:
Danke, dass ihr gesund wieder nach Hause gekommen seid.
Dokumente und Links aus diesen Tagen
Auch digitale Informationen verschwinden irgendwann oder geraten in Vergessenheit.
Deshalb möchten wir an dieser Stelle interessante Quellen sammeln, die helfen, die Ereignisse später nachvollziehen zu können.
Live-Blog Aachener Zeitung: Feuer im Hürtgenwald
Live-Blog Kreis Düren
WDR Live-Ticker
Facebook mit Live-Reels aus der Sicht enes Helfers

Gemeinsam durch außergewöhnliche Tage
Neben der Arbeit der Einsatzkräfte zeigte sich während des Waldbrandes noch etwas anderes:
wie wichtig Information und Austausch in einer Dorfgemeinschaft sein können.
In unserer WhatsApp-Community „Schevenhütte“ – Untergruppe „Hötter Zaungespräche“ – wurden Informationen ausgetauscht, Fragen gestellt, Beobachtungen weitergegeben und Sorgen miteinander geteilt.
Dabei ging es nicht darum, möglichst schnell irgendwelche Meldungen zu verbreiten.
Gerade in einer solchen Situation ist es wichtig, zwischen bestätigten Informationen, persönlichen Beobachtungen und Gerüchten zu unterscheiden.
Aber der Austausch zeigte auch:
Manchmal hilft bereits die Information, dass andere Menschen dieselben Fragen haben.
Und manchmal beruhigt eine sachliche Antwort mehr als zehn weitergeleitete Nachrichten.
Diese Tage haben damit auf ihre eigene Art gezeigt, welchen Wert eine funktionierende Dorfgemeinschaft haben kann.
Eure Erinnerungen gehören dazu
Diese Seite soll weiter wachsen.
Wer Fotos aus diesen Tagen aufgenommen hat, besondere Beobachtungen gemacht hat oder seine Gedanken und Erinnerungen festhalten möchte, ist herzlich eingeladen, sie zur Verfügung zu stellen.
Gesucht werden beispielsweise:
- Fotos aus Schevenhütte und der näheren Umgebung
- Bilder von Rauch und Rauchsäulen
- Bilder von Einsatz- und Versorgungsfahrzeugen
- persönliche Erlebnisse
- Gedanken und Sorgen aus diesen Tagen
- besondere Beobachtungen
- kleine Geschichten und Begegnungen
- Screenshots damaliger Warnmeldungen
- interessante Presseberichte und Links
Dabei muss niemand einen perfekten Bericht schreiben.
Ein paar Sätze reichen vollkommen aus.
Denn vielleicht sind es gerade diese persönlichen Erinnerungen, die in zehn oder zwanzig Jahren viel mehr über diese Tage erzählen als jede nüchterne Einsatzstatistik.
Zusendungen gerne per persönlicher Nachricht oder per E-Mail an:
Bitte gebt bei Fotos möglichst das Aufnahmedatum und den ungefähren Aufnahmeort an und teilt uns mit, ob euer Name veröffentlicht werden darf.
Für die Erinnerung
Irgendwann werden die Spuren dieses Waldbrandes verblassen.
Der Wald wird sich verändern und langsam erholen. Einsatzfahrzeuge werden längst wieder anderen Aufgaben nachgehen.
Nachrichtenmeldungen verschwinden aus den Schlagzeilen und die außergewöhnlichen Tage im August 2026 werden zunehmend zu einer Erinnerung.
Gerade deshalb möchten wir sie festhalten.
Nicht, um die Gefahr größer erscheinen zu lassen, als sie war.
Nicht, um im Nachhinein Dramatik zu erzeugen.
Sondern weil dieses Ereignis für unsere Region außergewöhnlich war und viele Menschen in Schevenhütte beschäftigt hat.
Diese Seite soll deshalb mit der Zeit zu einem kleinen Stück Dorfgeschichte werden.
Damit wir uns später nicht nur daran erinnern, dass es gebrannt hat – sondern auch daran, was wir gesehen, gedacht und miteinander erlebt haben.